Archive for Mai, 2011

Wetterkapriolen

Dienstag, Mai 31st, 2011

Endlich Regen – welch ein Segen!

8,5 Liter pro m² sind bisher hier im südlichen Emsland nach wochenlanger Durststrecke gefallen. Der Regenradar auf http://www.buienradar.nl gibt sogar Anlass zur Hoffnung auf etwas mehr über die kommende Nacht.

Ein Nachbar meinte scherzhaft, dass dies mit der Freilassung des Wettermoderators Kachelmann zu tun haben könnte- gewagte These, aber wenn es hilft, dann soll es mir Recht sein.

Wichtig für die Landwirtschaft wäre es, wenn wir jetzt jede Woche mind. 10 Liter bekommen, ansonsten werden die Ertragsausfälle beim Getreide und Raps und auch Grünland noch größer ausfallen als sie schon jetzt auf sehr vielen Schlägen unvermeidbar sind.

EHEC – eine weitere Hysteriewelle rollt

Freitag, Mai 27th, 2011

BSE, SARS, Vogelgrippe, Schweinegrippe, Feinstaub, Dioxin, Ozon- Immer wieder wurde das Leben der Deutschen bedroht! Und nun ist es ein Bakterium namens EHEC, das die rationale Entscheidungsfähigkeit vieler Deutschen ausschaltet und der Medienindustrie viel Stoff für viele Spekulationen und Sensationsmeldungen liefert (an dieser Stelle empfehle ich mal das Video „Die Angst-Industrie„).

Noch vor einer Woche hätte ich es nicht für möglich gehalten, dass Tomaten und anderes Grünzeugs von belegten Schinkenbrötchen entfernt werden und besorgte Mütter die Kindergärtnerinnen anweisen, ihren Kindern doch bitte kein Obst und Gemüse zum Essen zu geben.

Es wurde wild spekuliert, woher dieser gefährliche Erreger käme und zunächst die Gülleausbringung als Schuldigen ausgemacht. Nun sind es Gurken aus Spanien und das Robert-Koch-Institut muss sich völlig zu Recht Kritik für die Verbraucherwarnung anhören.

Viele Verbraucher sind zudem etwas irritiert, weil sogar das gesunde Biogemüse keinen sicheren Hafen darstellt. Es ist leider nicht so einfach zu sagen, dass bio immer gut und herkömmlich schlecht ist!

Das Katastrophale an diesen Angstwellen ist, dass jetzt die Gemüsebauern die kollektive Kaufverweigerung spüren und das Desaster ausbaden dürfen. Im Januar war es noch das Fleisch, das mit Dioxin „belastet“ war, allerdings in nicht gesundheitsgefährdenden Mengen. Den Schweinehaltern kostete diese Krise schätzungsweise 100 Mio €- Folgekosten noch nicht hinzugerechnet!

Dr. Albet Hortmann-Scholten von der Landwirtschaftskammer Niedersachsen hat nun eine Bilanz aus der Dioxinkrise gezogen und empfiehlt der Landwirtschaft eine intensive Öffentlichkeitsarbeit, um die Diskussionen um die Landwirtschaft herum deutlich zu versachlichen.

Um die Geschehnisse vom Januar 2011 um den Dioxin-Skandal nicht zu vergessen, empfehle ich folgende Artikel auf den Seiten der Interessensgemeinschaft der Schweinehalter in Deutschland (ISN) zu lesen:

http://www.schweine.net/nach_der_dioxinkrise_preise_steigen_alles_wieder_g.html | http://www.schweine.net/dioxin_lbd_zieht_konsequenzen__geschaeftsfuehrung.html

Auch die Bewertung der VzF, Uelzen ist absolut lesenswert in diesem Zusammenhang:  http://www.vzf-gmbh.de/index.php?option=com_content&task=view&id=354&Itemid=58

Biogasanlage in Freren – Bardel 2

Mittwoch, Mai 11th, 2011

gers-grap.jpg Nach der sehr gut besuchten Informationsveranstaltung im Saal Lüns (Bericht hier im Blog), bei der alle 120 anwesenden Landwirte offensichtlich gegen die Errichtung der riesigen abfallwirtschaftlichen Biogasanlage waren, gaben die Betreiber in einem weiteren Gespräch weitere Details über das geplante Konzept bekannt. Mit diesen zusätzlichen neuen Informationen ausgestattet hat der Bioenergieexperte der Landwirtschaftskammer Niedersachsen Christoph Gers-Grapperhaus im Auftrag des Landvolk Lingen ein Gutachten (fachliche Stellungnahme) verfasst. Darauf aufbauend hat das Landvolk Lingen eine ablehnende Stellungnahme verfasst und der Verwaltung der Samtgemeinde Freren übermittelt.

Die landwirtschaftlichen Ortsvereine in der SG Freren sind geschlossen gegen eine weitere Planung der Biogasanlage im Bardel und haben den Ratsvertretern des Samtgemeinderates und des Stadtrates Freren diese beiden Stellungnahmen persönlich überreicht. Soweit ich gehört und selber erlebt habe, sind unsere Volksvertreter dankbar gewesen für unsere neue Betrachtungsperspektive durch das von uns in Auftrag gegebene unabhängige Gutachten der LWK Niedersachsen.

Auch wenn der Betreiber und die Verwaltung den landwirtschaftlichen Vertretern scheibchen-weise immer wieder neue Informationen zukommen ließ (z.B. sollen plötzlich weitere 49,5t Inputstoffe in die Anlage gefahren werden, die besonders überwachungspflichtig sind- das wurde vorher wiederholt explizit in Präsentationen ausgeschlossen!), sind die wichtigsten Bedenken noch lange nicht behoben:

  1. Das Konzept des Anlagenbetreibers ist nicht plausibel und sollte gegebenenfalls von einem weiteren unabhängigen Gutachter bewertet werden!
  2. Es sollen nun doch landwirtschaftliche Produkte zum Einsatz kommen.
  3. Es gibt zur Zeit keine funktionierende Gärrestaufbereitung im Dauereinsatz, wie sie im Bardel zum Einsatz kommen soll. Deshalb wird befürchtet, dass eine Entsorgung über die Ackerflächen in und um die Samtgemeinde Freren herum erfolgen wird- mit den katastrophalen Folgen für die heimische, bäuerlich strukturierte Veredlungswirtschaft!

Fazit:

Es ist eine riesige Biogasanlage geplant, die fast 10x so groß sein wird, wie herkömmliche 500er NaWaRo-Biogasanlagen. Dieses Projekt hat keinerlei Referenzen, es hat einen eindeutigen Pilot-Charakter und birgt für die Landwirtschaft unzählige Risiken und Unwägbarkeiten, die es meiner Meinung nach nicht erlauben, guten Gewissens für diese Anlage zu stimmen!