EHEC – eine weitere Hysteriewelle rollt

BSE, SARS, Vogelgrippe, Schweinegrippe, Feinstaub, Dioxin, Ozon- Immer wieder wurde das Leben der Deutschen bedroht! Und nun ist es ein Bakterium namens EHEC, das die rationale Entscheidungsfähigkeit vieler Deutschen ausschaltet und der Medienindustrie viel Stoff für viele Spekulationen und Sensationsmeldungen liefert (an dieser Stelle empfehle ich mal das Video „Die Angst-Industrie„).

Noch vor einer Woche hätte ich es nicht für möglich gehalten, dass Tomaten und anderes Grünzeugs von belegten Schinkenbrötchen entfernt werden und besorgte Mütter die Kindergärtnerinnen anweisen, ihren Kindern doch bitte kein Obst und Gemüse zum Essen zu geben.

Es wurde wild spekuliert, woher dieser gefährliche Erreger käme und zunächst die Gülleausbringung als Schuldigen ausgemacht. Nun sind es Gurken aus Spanien und das Robert-Koch-Institut muss sich völlig zu Recht Kritik für die Verbraucherwarnung anhören.

Viele Verbraucher sind zudem etwas irritiert, weil sogar das gesunde Biogemüse keinen sicheren Hafen darstellt. Es ist leider nicht so einfach zu sagen, dass bio immer gut und herkömmlich schlecht ist!

Das Katastrophale an diesen Angstwellen ist, dass jetzt die Gemüsebauern die kollektive Kaufverweigerung spüren und das Desaster ausbaden dürfen. Im Januar war es noch das Fleisch, das mit Dioxin „belastet“ war, allerdings in nicht gesundheitsgefährdenden Mengen. Den Schweinehaltern kostete diese Krise schätzungsweise 100 Mio €- Folgekosten noch nicht hinzugerechnet!

Dr. Albet Hortmann-Scholten von der Landwirtschaftskammer Niedersachsen hat nun eine Bilanz aus der Dioxinkrise gezogen und empfiehlt der Landwirtschaft eine intensive Öffentlichkeitsarbeit, um die Diskussionen um die Landwirtschaft herum deutlich zu versachlichen.

Um die Geschehnisse vom Januar 2011 um den Dioxin-Skandal nicht zu vergessen, empfehle ich folgende Artikel auf den Seiten der Interessensgemeinschaft der Schweinehalter in Deutschland (ISN) zu lesen:

http://www.schweine.net/nach_der_dioxinkrise_preise_steigen_alles_wieder_g.html | http://www.schweine.net/dioxin_lbd_zieht_konsequenzen__geschaeftsfuehrung.html

Auch die Bewertung der VzF, Uelzen ist absolut lesenswert in diesem Zusammenhang:  http://www.vzf-gmbh.de/index.php?option=com_content&task=view&id=354&Itemid=58

7 Responses to “EHEC – eine weitere Hysteriewelle rollt”

  1. Buggy sagt:

    Meine Frau hat folgenden BILD-Artikel „entdeckt“: http://www.bild.de/news/inland/ehec/salat-angst-in-deutschland-18096562.bild.html

    Man beachte, dass 14 „Journalisten“ an diesem Beitrag beteiligt waren! Ich könnte lachen, wenn es nicht so unendlich traurig für die Bauern wäre…

  2. Buggy sagt:

    Das Satiremagazin Titanic reagiert mit Zynismus auf die EHEC-Hysterie:

    So schützen Sie sich vor dem Ehec-Erreger:

    – Mettbrötchen vor dem Essen kräftig mit Desinfektionsmittel einsprühen. So bleibt es für eine Infektion nicht lange genug im Magen.
    – Gefahr droht auch im Streichelzoo. Selbst wenn die Tiere noch so niedlich sind: Hier schützt nur kräftiges Abkochen der Streichelpartien!
    – Nach dem Kochen stets den Herd anlassen. So wird die Küche für die nächste Essenszubereitung hygienisch sauber ausgebrannt.
    – Tierkot vor dem Verzehr gründlich abwaschen und mindestens zehn Minuten garen.

    (http://www.titanic-magazin.de/news.html?&tx_ttnews%5Btt_news%5D=4285&cHash=394ccacec981c450f757dec8c134eb60)

  3. Kai sagt:

    Moin Buggy, ich freue mich ueber einen neuen Blogger aus der Landwirtschaft. Dein Themenspektrum ist breit. ich wuensche mir auch das ein oder andere aus dem praktischen Alltag. Deinen RSS feed hab ich abonniert.
    Viel Erfolg und Spass.

  4. Horst sagt:

    Wartet mal ab! Am ende wird sich herausstellen, dass der ganze Biogasanlagenwahnsinn mit der exorbitant hohen Gärsubstratausbringung die Verkeimung hervorruft. Schlewig-Holstein und Niedersachsen sind nicht umsonst so stark betroffen.
    Hoffentlich lernen dann die Landwirte endlich mal, was eigentlich der Sinn der Landwirtschaft ist…

  5. horst sagt:

    War klar, dass Biogaskritikpostings sofort gelöscht werden. Aber in den nächsten Wochen wird es hoffentlich amtlich: EHEC durch Gärrestedüngung! Und dann ist Schluß mit Subventionsgeschenken.

  6. Buggy sagt:

    Hallo Horst,

    das ist alles wilde Spekulation! Warum sind denn besonders Frauen in und um Hamburg besonders betroffen? Mit Biogas läßt sich das auch nicht erklären.
    Im übrigen ist es das politisches Ziel, regenerative Energien zu fördern.

  7. Buggy sagt:

    Ich habe nicht vor zu zensieren, Horst. Aber wenn neue Leser zum ersten Mal einen Kommentar abgeben, dann muss ich den Beitrag erst freischalten. Stichwort Spamschutz