EHEC – eine Bilanz

Quelle: ndr.de

Die EHEC – Hysterie ebbt zunehmend ab. Die Zahl der Neuinfektionen sinkt. Ein Ökohof aus dem Kreis Uelzen wurde als Keimschleuder identifiziert.

Noch ist allerdings die genaue Quelle der gefährlichen EHEC -Keime nicht identifiziert: Wurden die Sprossen nun von den Mitarbeitern des Gärtnerhofes in Bienenbüttel kontaminiert oder wurde der Keim mit dem Saatgut eingeführt? Ich persönlich halte die Kontaminierung durch den Menschen als näher liegend, weil der Keim bisher ausschließlich beim Menschen gefunden wurde und weil getrocknetes Saatgut an sich ein sehr ungünstiges Milieu für Bakterien ist. Das Bundesinstitut für Risikobewertung jedenfalls hält beide Ursachen für möglich und warnt den Verbraucher generell vor dem Verzehr von Sprossen (Verbrauchertipps des BfR).

Aber was ist bisher passiert?

Es wurde in Presse, Rundfunk und Fernsehen wild spekuliert, wodurch die EHEC-Erreger verbreitet wurden und  an welcher Stelle diese entstanden sind. Dadurch wurde die Hysterie in unverantwortlicher weise gepushed.

Neben den Warnungen vor Gemüse in und aus Norddeutschland, Gurken aus Spanien wurden auch vielfach Gülle, Gärreste aus Biogasanlagen, Kosmetika wie Lippenstifte und die sogenannten Masserntierhaltungen als Schuldige ausgemacht.

Dabei ging es den Protagonisten nicht in erster Linie um Aufklärung der EHEC-Epidemie. Nein, sie wollten liebend gerne der ungeliebten konventionellen Landwirtschaft, den Biogasanlagen, dem zunehmenden Maisanbau etc. die Schuld in die Schuhe schieben.

Dieses Verhalten ist für mich boshaft und bedarf einer Entschuldigung!

Aber nun ist es ein ökologisch wirtschaftender Betrieb, der Sprossen hauptsächlich in Norddeutschland vertrieben hat und die Verbreitung des Erregers von Mensch zu Mensch. Das passt vielen nicht in ihr eindimensionales Wertesystem. Bio und fleischlose Ernährung ist eben nicht generell die Lösung!

Renate Künast Quelle: merkur-online.de

Auffällig ist auch die ungewohnte Stille der Grünen und der vielen Umweltverbände, die sich zu diesem Thema wohl nicht so gerne äußern. Einzig das Risikomanagement der Bundesregierung wird heftig kritisiert, ansonsten tauchen sie ab, wie auch der Blogger und Ernährungswissenschaftler Dr. Friedhelm Mühleib feststellt.

Jetzt ebbt die Hysteriewelle ab und wir hinterlassen viele Landwirte, Gärtner und Gastronomen, die völlig unverschuldet von dieser Welle erfasst wurden und extreme wirtschaftliche Folgen zu tragen haben.

Quelle: Robert Kock Institut

Nach der hysterischen Berichterstattung zur Schweinegrippe, hat sich die Medienwelt Besserung und Sachlichkeit verordnet, herausgekommen ist das Gegenteil (nachzulesen bei Zapp).

Meine Hoffnung ist, dass bei der nächsten Krise die Berichterstattung versachlicht wird und auch der Verbraucher sich bei seriösen und wissenschaftlich arbeitenden Quellen über angebliche Gefahren bzw. deren Potenzial informiert und einfach nicht den Verstand ausschaltet! In diesem Sinne empfehle ich das EHEC- Experten -Forum des aid, der wirklich fundiert die Verbraucher berät.

One Response to “EHEC – eine Bilanz”

  1. Kai sagt:

    Hysterie, da geb ich dir recht. Ich bin pessimistisch was den nächsten „Fall“ angeht. Das wird eher noch schlimmer angesichts der Null-Risikoeinstellung. Und die Warnung bei Verdacht und nicht erst wenn alles überprüft wurde wollten wir Verbraucher ja. Sebst für diejenigen, die sich nur an die „offiziellen“ Verlaufbarungen (RKI, BfR, Länderminitserien)gehalten haben waren bei EHEC verloren. Hin und her, fragwürdige Begündungen, keine klare Linie. Für eine Bio-konvi Diskussion taugt das ganze ohnehin nicht weil organische Düngung überall betrieben wird, nur bei der Sprossenproduktion kann ich mir das nicht vorstellen. Wieder so ein Rätsel.