Pressemitteilung zur Biogasanlage Freren-Bardel

Die folgende Presseerklärung wurde geschrieben und verteilt:

 

Bauern gegen Bau der Biogasanlage in Freren

 

Die Bauern in der Samtgemeinde Freren haben weiter Ängste gegenüber der Biogasanlage in Freren-Bardel, weil sie nach Ansicht der Landwirte eine große Gefahr für die über 100 bäuerlichen Familienbetriebe darstellt.

 

Wenn

  • als Inputstoffe für die Biogasanlage doch nachwachsende Rohstoffe verwendet werden und bzw. oder

  • die Gärrestaufbereitung nicht so funktioniert, wie auf dem Papier skizziert,

dann wird die Existenz von Dutzenden von landwirtschaftlichen Betrieben durch das riesige 4,5 MW – Pilot-Projekt bedroht.

 

Offene Fragen

 

Diese Gefahr hat die Stadt- bzw. Samtgemeindeverwaltung erkannt und möchte diese Risiken mittels einem städtebaulichem Vertrag ausschalten.

Doch viele Landwirte fragen sich, was passiert, wenn die Pilotanlage, die fast 10x so groß ist, wie gewöhnliche NaWaRo-Biogasanlagen, nicht so funktioniert, wie sie konzeptiert wurde?

Was passiert nach einer Insolvenz?

Kann bzw. wird die Stadt Freren auf die kostengünstige Wärmelieferung für öffentliche Gebäude verzichten?

Was wird in 5 oder 10 Jahren sein, wenn die Rahmenbedingungen sich möglicherweise geändert haben?

 

Keine unabhängige Plausibilitätsprüfung

 

Leider wurde der Forderung seitens des Landvolks nach einer unabhängigen Plausibilitätsüberprüfung nicht entsprochen, so dass innerhalb der Landwirtschaft weiter an der Seriosität des Projekts gezweifelt wird.

 

 

Mangelnde Informationspolitik seitens der Betreiber und der Samtgemeinde

 

Zwar wurden mehre Informationsveranstaltungen durchgeführt, doch in diesen kamen immer wieder neue bzw. unterschiedliche Details ans Licht.

So wurde die geplante Menge, die täglich in die Anlage gefahren wird anfangs mit 49,5t angegeben. Betont wurde hier immer, dass dabei um Stoffe ginge, die nicht überwachungspflichtig seinen. Aktuell wird aber offensichtlich mit der doppelten Menge geplant, die auch überwachungspflichtige Inputstoffe (z.B. Schlachthofabfälle) beinhaltet.

 

Die Berichterstatter der Lingener Tagespost haben das im folgenden Zeitungsartikel dokumentiert: http://www.noz.de/lokales/47435080/ja-zur-biogasanlage

 

Auch die Kosten für die geplante Totalaufbereitung der Gärreste wurden höchst unterschiedlich angegeben. Die Angaben schwankten zwischen 1 und 5 Euro pro m³. Angesichts der Tatsache, dass viele tierhaltenden Landwirte heutzutage bereits für den Abtransport ihrer Gülle mehr als 5 Euro zahlen müssen (in den Niederlanden wird von bis zu 20 Euro gesprochen), werden diese Angaben bezweifelt.

 

Konkurrenz zur Landwirtschaft

 

Auch ohne Einsatz von nachwachsenden Rohstoffen gibt es massive Berührungspunkte mit der heimischen Landwirtschaft: Der geplante Einsatz von Altbroten, Backwaren, Trebern, Trestern, Fetten und Glycerinen etc. wird vielen Betrieben wertvolle, preisgünstige Futtermittel entziehen.

 

Stadtrat Freren muss endgültig entscheiden

Am Montag ab 18.30 Uhr trifft sich der Stadtrat Freren, um über den Energiepark Freren abzustimmen.

Viele Bauern werden deshalb mit Traktoren zu dieser Sitzung fahren, um ihre Ängste gegenüber der geplanten Biogasanlage deutlich zu machen.

 

Bauern fordern Nein zu dem großen Pilotprojekt

 

Die Bauern wollen diese mit Risiken behaftete Pilotanlage nicht, weil

 

  • das Gesamtkonzept nicht plausibel erscheint

  • Zweifel an der Redlichkeit der Betreiber bestehen (schwankende Angaben und Salamitaktik in der Informationspolitik)

  • viele bäuerliche Betriebe in ihrer Existenz bedroht sind, wenn das Konzept nicht aufgeht – dann wären es Dutzende!

  • es auch bei funktionierendem Konzept genügend Berührungspunkte mit der Landwirtschaft gibt.

  • Keine Biogasanlage besser ist als eine, deren Risiken man mit einem städtebaulichen Vertrag begegnen möchte (Der Vertrag zwischen Bundesregierung und Atomwirtschaft war z.B. auch über Nacht nach der Katastrophe im Japanischen Fukushima-Daiichi nichts mehr wert)

Pressemitteilung als pdf-Datei

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