Emsland-Biber

Über 20 Jahre ist her, dass bei Haselünne acht Biber ausgesetzt wurden. Seitdem hat sich der Bestand auf über 150 Tiere emslandweit vervielfacht. Nun suchen zwei Biologen nach unbekannten Quartieren der Biber und bitten die Bevölkerung über die Tageszeitung und einer informativen Internetpräsenz (http://www.emslandbiber.de/) um Mithilfe.

Verbreitung des Bibers im Emsland (c) emslandbiber.de

 

Auf der Karte läßt sich die aktuell bekannte Verbreitung ablesen. Es ist durchaus wahrscheinlich, dass der Biber sich bereits weiter verbreitet hat. Da können bestimmt einige Landwirte weiterhelfen.

Doch leider haben sehr viele auch die Befürchtung, dass durch das Bekanntwerden einer schützenswerten Art für sie selber Nachteile entstehen können in Form von Auflagen, Entwässerungsprobleme, Einschränkung der Nutzungsrechte etc. . Das ist ein Dilemma und es gut, dass in dem oben angegebenen Zeitungsartikel der Leiter der emsländischen Naturschutzbehörde, Ludger Pott, noch einmal darauf hinweist, dass bisher alle Konflikte gelöst werden konnten. „Wichtig für die bisher hervorragende Akzeptanz des Bibers im Emsland sei, dass man berechtigte Interessen von Grundstückseigentümern gewahrt habe. Dies werde auch in Zukunft so sein.

 Ich würde mich freuen, wenn auch die ansässigen Naturschutzverbände so offensiv für Vertrauen bei den Landwirten werben würden. Doch da gibt es wohl noch Verbesserdungsbedarf. So ist mir beispielsweise bekannt, dass ein tierhaltender Bauer  auf seinen Getreideflächen sogenannte Lerchenfenster zum Schutze der Lerchen aber auch Fasane und Rebhühner eingerichtet hat. Als er aber hörte, dass ansässige Lerchen seinem Stallbauprojekt (Legehennen in Freilandhaltung) im Wege stehen könnten, wurden die Fenster schnell wieder geschlossen… 

Es darf nicht sein, dass Landwirte für die Hege und Pflege der Natur- und Kulturlandschaft bestraft werden! NABU und BUND sollten deutlich machen, dass für alle Seiten gute Lösungen möglich sind und der aktive Artenschutz sich nicht für den Bauern irgendwann  als Bumerang erweisen kann.

One Response to “Emsland-Biber”

  1. Stefan Ramme sagt:

    Hallo Buggy!

    Vielen Dank für die aufgeschlossene Berichterstattung über unsere Seite emslandbiber.de!

    Um die angesprochene Befürchtung, dass Landwirte oder Angler (oder wer auch immer) Nachteile durch die Meldung einer schützenswerten Art haben könnten: In Bezug auf den Biber ist mir im Emsland bislang noch kein solcher Fall bekannt geworden.

    Wie ja bereits Herr Pott von der Unteren Naturschutzbehörde in Meppen erwähnt hat, wurde bislang meines Wissens nach immer versucht, mit den Betroffenen eine einvernehmliche Lösung zu suchen.

    Zumindest vor diesem Hintergrund gibt es daher eigentlich keinen Grund, uns einen Biberfund nicht zu melden. 😉

    Ich wünsche einen guten Rutsch und ein erfolgreiches neues Jahr,
    Stefan.