Archive for the ‘Angst’ Category

Schmallenberg

Dienstag, März 13th, 2012

Schmallenberg ist eine kleine Stadt im Sauerland und seit Ende letzten Jahres auch Namensgeber des in Europa neu aufgetretenen „Schmallenberg-Virus“.  Seit Anfang des Jahres häufen sich die Berichte zu dieser Tierkrankheit bei Rindern, Schafen und Ziegen, die durch das sogenannte Schmallenberg-Virus ausgelöst wird. Der Name ist eigentlich vorläufig, doch ähnlich wie bei der sogenannten Schweinegrippe wird auch dieser Name sich nicht mehr aus den Köpfen der Menschen herauslösen lassen – zum Leidwesen der kleinen sauerländischen Stadt, die somit in der nahen Zukunft immer mit einer Tierkrankheit in Verbindung gebracht wird.

Lamm

Bild: (c) by Daniel Stricker/pixelio.de

Und da es bei einer neuen Krankheit natürlich mehr Fragen als Antworten gibt, die Unwissenheit groß ist, entstehen schnell auch Ängste in der Bevölkerung, besonders in der deutschen Bevölkerung.

Deshalb möchte ich mit einfachen Worten den aktuellen Wissensstand widergeben:

Die Wissenschaft und hier speziell an erster Stelle das Friedrich-Loeffler-Institut forscht seit dem ersten Auftreten intensiv.

Schnell fand man heraus, dass  das Virus große Ähnlichkeiten mit dem Blauzungenvirus aufwies. Man geht daher davon aus, dass das neue Virus aus wärmeren Regionen wie Asien oder Afrika eingeführt wurde und über stechende Insekten wie Mücken übertragen wird. Befallen werden nur Rinder, Schafe und Ziegen- eine Übertragung auf den Menschen erscheint den Wissenschaftlern als sehr unwahrscheinlich!

Bei ausgewachsenen Tieren sind die Krankheitssymptome meist eher mild. Die Krankheit macht sich mit Fieber, Milchrückgang und Durchfall bemerkbar. Am auffälligsten sind allerdings die Aborte und Missbildungen der Föten und neugeborenen Lämmer und Kälber, wenn ein Muttertier während der Trächtigkeit infiziert wurde.

Das FLI konnte das Virus isolieren, anzüchten, vermehren und eine Nachweismethode für das Virus entwickeln. Dieses Wissen wurde unmittelbar mit wissenschaflichen Institutionen in den Nachbarländern geteilt. Deshalb habe ich die Hoffnung, dass es wie bei der Blauzungenkrankheit relativ schnell gelingen wird, einen Impfstoff herzustellen.

Die Blauzungenkrankeit hat in den ersten Jahren nach Ihrem ersten Auftreten im Jahr 2006 zunächst auch erheblichen wirtschaftlichen Schaden angerichtet. Aber durch die entsprechenden Maßnahmen wie Parasitenschutz und dann die Impfung konnte diese Krankheit besiegt werden. Die letzte Neuinfektion wurde in 2009 registriert.

Aktuell verhängen einige Drittländer aus Nordafrika Importbeschränkungen für Rinder. Auch dadurch entsteht der hiesigen Landwirtschaft ein großer Schaden. So profitierten die deutschen Milchviehhalter von der großen Nachfrage von Zuchtvieh in diesen Ländern- zu Beginn der „Blauzungenepedemie“ reagierten diese Staaten übrigens genauso.

Russland führte sogar darüber hinaus ein Importverbot für Schweine ein, was wohl eher als eine politische Maßnahme zu verstehen ist, da das Schmallenberg-Virus dem Schwein nicht gefährlich werden kann und auch nicht als Wirtstier nutzt.

Wegen den unübersehbaren Parallelen zur Blauzungenkrankheit bin ich optimistisch, dass auch das Schmallenbergvirus recht schnell eingedämmt werden kann. Allerdings muss auch mit einem starken Anstieg der Fallzahlen gerechnet werden, da diese Krankheit meist erst mit der Totgeburt eines Kalbes bzw. Lamms auffällig wird.

Verbreitung Schmallenberg-Virus 12.3.2012

Dieser Beitrag ist auch eine Antwort auf einen Bericht in Roberts Blog 😉


Dioxin-Warnung

Freitag, November 4th, 2011

Soeben lese ich im Landvolk-Fax, dass die Firma Pfeiffer & Langen Zuckerrübenpressschnitzel mit leicht erhöhten Dioxinwerten an Händler und Landwirte verkauft hat.

640px-dibenzo-p-dioxin-numbering-2d-skeletal.png

Es sind wohl alle vorgeschriebenen Meldungen an die Behörden raus gegangen. Hoffentlich zeigt dieser Fall, dass das Schnellwarnsystem funktioniert und Gefahren für die Gesundheit der Bürger ausgeschlossen werden können.

Alle betroffenen Händler und Landwirte sollten auf eine Verarbeitung bzw. Verfütterung dieser möglicherweise belasteten Schnitzel verzichten.

Weiterhin hoffe ich, dass dieser Fall nicht medial ausgeschlachtet wird und zu einem Skandal ausartet.

EHEC – eine Bilanz

Dienstag, Juni 14th, 2011

Quelle: ndr.de

Die EHEC – Hysterie ebbt zunehmend ab. Die Zahl der Neuinfektionen sinkt. Ein Ökohof aus dem Kreis Uelzen wurde als Keimschleuder identifiziert.

Noch ist allerdings die genaue Quelle der gefährlichen EHEC -Keime nicht identifiziert: Wurden die Sprossen nun von den Mitarbeitern des Gärtnerhofes in Bienenbüttel kontaminiert oder wurde der Keim mit dem Saatgut eingeführt? Ich persönlich halte die Kontaminierung durch den Menschen als näher liegend, weil der Keim bisher ausschließlich beim Menschen gefunden wurde und weil getrocknetes Saatgut an sich ein sehr ungünstiges Milieu für Bakterien ist. Das Bundesinstitut für Risikobewertung jedenfalls hält beide Ursachen für möglich und warnt den Verbraucher generell vor dem Verzehr von Sprossen (Verbrauchertipps des BfR).

Aber was ist bisher passiert?

Es wurde in Presse, Rundfunk und Fernsehen wild spekuliert, wodurch die EHEC-Erreger verbreitet wurden und  an welcher Stelle diese entstanden sind. Dadurch wurde die Hysterie in unverantwortlicher weise gepushed. (mehr …)

Grün-Rot

Dienstag, März 29th, 2011

rot-gruen-schwaeche.jpgAm letzten Sonntag hat sich in Baden-Würtemberg historisches ereignet: Zum ersten Mal in der Geschichte Deutschlands wird eine Grün-Rote Regierung ein Bundesland regieren.

Doch wie konnte das überhaupt passieren? Wirtschaftlich geht es dem Land doch sehr gut. Warum haben bei einer hohen Wahlbeteiligung die Bürger die aktuelle Schwarz-Gelbe Koalition abgewählt?

Die Antwort ist meiner Meinung nach klar: Der Super-Gau in Japan.

Diese unendlich große Katastrophe in Japan hat hier in Deutschland bei der Bevölkerung eine sehr große Besorgnis bis zur blanken Angst erzeugt. Gefördert wurde dieser Angsttrieb der Deutschen durch die einseitige Berichterstattung der Medien und die warnenden Worte der Umweltpolitiker.

Diese Angst führte bereits bei vielen zur Hysterie und Panikkäufen. Vielerorts waren Geigerzähler, Gasmasken, Jodtabletten und Dauerwaren zur Anlage eines Notvorrats ausverkauft!

Dieses eine Thema „Angst vor Atom“ hat in Baden-Würtemberg alle anderen Theman überstrahlt. Die Folgen und der Sinn eines möglichst schnellen und einseitigen Atomausstiegs wurden kaum diskutiert. Wirtschaftliche Vernunft war im Wahlkampf kein Thema.

Aber jetzt müssen Grün-Rot im Südwesten Regierungsverantwortung übernehmen. Und da bin ich wirklich sehr gespannt, wie die Finanzen unter Kontrolle gehalten werden sollen angesichts der angekündigten Energiewende und des möglichen Ausstiegs aus dem Bahnprojekt Stuttgart 21.

Für die CDU ist diese Niederlage ein herber Einschnitt, aber möglicherweise erhöhen sich nun die Chancen, auf Bundesebene weiterregieren zu dürfen. Denn die Grün-Roten Oppositionsphantasien müssen nun in Regierungsformen gegossen werden und dabei wird man viele enthusiastische Wähler enttäuschen müssen bzw. viele Grün-Wähler werden die Kehrseite der Medallie erleben: nämlich steigende Energiepreise (und wahrscheinlich auch höhere Nahrungsmittelpreise) und eine höhrere Staatverschuldung.

Dabei ist der jetzt eingeschlagene Weg von Kanzlerin Merkel genau richtig: Atomausstieg ja, aber bitte mit Augenmaß!

Weiterhin dürfen die Grünen nun demonstrieren, dass sie nicht immer nur plump DAGEGEN sind.

Viele Bauern und Tierhalter haben nun ihrerseits Sorgen, dass ihnen das Leben unter einem grünen Ministerpräsidenten schwer gemacht wird. Aber auch die restlichen Unternehmer machen sich Sorgen, dass Grün-Rot sehr viel Lehrgeld zahlen muss!

Ich hoffe, dass Politik mit Sachverstand gemacht wird – dann wäre es egal, welche Partei mit welchem farbigen Anstrich das Sagen hat. Bis dahin bleiben die Christdemokraten die einzige Alternative.