Archive for the ‘Biogas’ Category

WIKU – Video-Projekt 3

Samstag, Januar 21st, 2012

Der dritte Teil der Videoserie des Winterkurses in Oesede widmet sich dem Thema Biogas:


Hier befinden sich Teil 1 und Teil 2 der Serie (einfach anklicken).

Biogasanlage in Freren – Bardel 5

Samstag, Dezember 31st, 2011

:Baubeginn ab Sommer 2012 geplant:

Kurz vor dem Jahreswechsel möchte ich noch kurz davon berichten, wie das geplante Großprojekt vorangetrieben wird.

Samtgemeindebürgermeister Godehard Ritz und Frerens Bürgermeister Klaus Prekel erwarten, dass bereits im folgenden Sommer mit dem Baubeginn und kurze Zeit später mit günstigen Wärmelieferungen an die Stadt bzw. Samtgemeinde zu rechnen sei. (Zeitungsartikel der Lingener Tagespost vom 14.12.2011)

Weiter heißt es in dem Artikel der LT, dass der städtebauliche Vertrag, der u. a. die Konditionen für zukünftige Wärmelieferungen, aber auch Restriktionen bei Inputstoffen (kein NaWaRo) und bei der Gärrestentsorgung enthalten soll, von beiden Seiten unterschrieben wurde und von einem Notar beglaubigt wurde.

Die günstigen Wärmelieferungen würde ich als Bürgermeister nicht all zu früh einplanen, denn noch muss die Pilot-Biogasanlage erstmal stabil laufen und dann die Gasleitungen und Blockheizkraftwerke errichtet werden.

Die Ampeln stehen also weiter auf Grün und die Frerener Verwaltung strahlt weiter größte Zuversicht bezüglich des Gelingens aus; ich bin weiter sehr skeptisch und werde auch im neuen Jahr dieses Thema kritisch begleiten.

Biodiesel: Zweifel an Ökobilanz

Freitag, September 16th, 2011

Für Aufsehen sorgt derzeit ein internes Papier der EU-Kommission, in dem es heißt, dass mit Biodiesel betankte Autos mehr CO2 emittieren als Fahrzeuge, die mit herkömmlichen Kraftstoff angetrieben werden.

Wesentliche Ursache ist demnach wohl der viel zitierte Wettkampf „Tank oder Teller“ und die Landnutzungsveränderungen, wenn Dauergrünland, Moor oder Wald zu Ackerland umgewandelt wird.

Frauke Ladleif hat für die Financial Times Deutschland folgenden Bericht verfasst:

 

Neue CO2-Berechnung:Biosprit ist Gift für die Umwelt

 

Nicht weniger, sondern mehr Kohlendioxid pusten Autos in die Atmosphäre, wenn sie mit Biodiesel betankt werden - mit verheerenden Folgen für die Klimabilanz der EU. Für die hoch subventionierte Branche ist das verheerend.

© Bild: 2011 Bloomberg

Nicht weniger, sondern mehr Kohlendioxid pusten Autos in die Atmosphäre, wenn sie mit Biodiesel betankt werden – mit verheerenden Folgen für die Klimabilanz der EU. Für die hoch subventionierte Branche ist das verheerend. von Frauke Ladleif, Brüssel

 

 

Die Herstellung von Biodiesel aus Raps, Soja oder Palmöl führt zu mehr CO2 in der Atmosphäre als herkömmlicher Sprit. Das besagt ein internes Papier der EU-Kommission, das der FTD vorliegt. In dem Dokument werden im Gegensatz zu bisherigen Berechnungen die indirekten Klimafolgen in die CO2-Bilanz des Biokraftstoffs einbezogen. Danach wird durch die Herstellung von Raps 4,5 Prozent mehr CO2 ausgestoßen als bei herkömmlichem Sprit – bei Soja sind es sogar 11,7 Prozent.

Für die hoch subventionierte Biokraftstoffindustrie ist das ein verheerendes Ergebnis. Denn ein Großteil des Biosprits ist Biodiesel, der hauptsächlich aus Raps, Soja und Palmöl gewonnen wird. Im Rahmen ihrer Klimaziele will die EU bis 2020 den CO2-Ausstoß um 20 Prozent senken, unter anderem durch den Einsatz von Biosprit. Dafür wird angenommen, dass vom Anbau der Pflanzen bis hin zur Verbrennung im Motor weniger CO2 in die Atmosphäre gerät als bei herkömmlichem Sprit. Vorgabe ist, dass die CO2-Belastung durch Biosprit 35 Prozent unter der Belastung durch Normalbenzin liegt.

 

 

 

Ein Tankwagen fährt an einem Rapsfeld vorbei Ein Tankwagen fährt an einem Rapsfeld vorbei

Bisher wurden aber die indirekten Klimafolgen nicht in die CO2-Bilanz von Biosprit eingerechnet. Zu diesen Folgen gehören Verdrängungseffekte in der Landwirtschaft: Bauern zerstören Regenwälder oder kohlenstoffhaltige Böden, weil sie dahin für den Nahrungsmittelanbau ausweichen müssen – auf ihrem ursprünglichen Ackerland stehen Biosprit-Pflanzen. Dieser Effekt wird indirekte Landnutzungsänderung (Indirect Land-Use Change, Iluc) genannt. Wird der Iluc-Faktor in die Bilanz einbezogen, wird aus dem Biosprit ein neuer Umweltsünder.

Ursprünglich wollte die Kommission den Faktor 2010 in die Berechnungen einbeziehen, verschob dies aber auf Herbst 2011. Für die europäische Biodieselindustrie wäre das ein Desaster. Das EU-Dokument schlägt daher einen Kompromiss vor: Statt den Iluc-Faktor einzubeziehen, sollen die CO2-Einsparungen auf 45 oder 50 Prozent erhöht werden. Erst spätestens 2018 soll der Faktor zum Tragen kommen. Darauf hätten sich die Kommissare für Energie und Klima, Günther Oettinger und Connie Hedegaard, geeinigt, berichtet die Agentur Reuters.

 

 

Die Industrie bekäme so eine Schonfrist: Die neuen Hürden werden bei Raps erreicht, bei Palmöl und Soja mit ein wenig Mühe. Offiziell wollte die Kommission keine Stellung nehmen. Aus internen Kreisen heißt es, man arbeite an einem Kompromiss und wolle den Faktor spätestens 2014 einrechnen.

EU-Parlamentarier und Umweltschützer vermuten den Einfluss der Agrarlobby hinter dem Vorschlag. „Die ist bei Oettinger wohl auf ein offenes Ohr gestoßen“, sagte Jo Leinen (SPD), Vorsitzender des Umweltausschusses. Das Parlament werde die Verzögerungspolitik nicht mitmachen. „Die Iluc-Ergebnisse blamieren die Kommission“, rügte Sébastien Risso von Greenpeace.

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Also wird es zu dem Themenbereich Erneuerbarer Energien wohl wieder eine kontroverse Diskussion geben. Diese wird sich nicht auf Biodiesel aus Raps, Sojabohne und Palmkernöl beschränken lassen, denn die in obigem Bericht zitierten Landumnutzungseffektedürfte es auch bei Bioethanol (Stichwort E5 bzw. E10) und Biogas geben.

Nun weiß ich aus eigener Erfahrung, dass der Agrarhandel bereits heute bei der Rapssaaterfassung zwischen nachhaltig erzeugter Ware und Rapspartien von Ackerflächen, die früher z.B. Grünland waren, unterscheidet. Die Erklärung, die ein Erzeuger dazu abgeben muss, bedeutet ein mehr an Bürokratie und kann dem Problem der Flächenumnutzung nur teilweise einschränken. Beispielsweise könnte ein Landwirt Grünland umbrechen um dort Futter für seine Tiere anzubauen und auf einer anderen Fläche, die nicht unbedingt zur Futterversorgung mehr nötig ist, nachhaltigen Raps anbauen.

Ich kann es nicht belegen, aber ich glaube, dass der Anbau von nachwachsenden Rohstoffen in Maßen eine sinnvolle Sache sein kann. Zur Zeit wird in diesem Bereich sehr viel geforscht und öffentlich gefördert. Künftige Fördermechanismen sollten eher punktuell im Bereich von Forschung eingesetzt werden die durch Umlage finanzierten Einspeisevergütungen für Biogas sollten so weit reduziert werden, dass die zur Zeit vorhandene Überförderung (gegenüber der Nahrungsmittelproduktion) abgebaut wird. So würden nur noch solche Biogasanlagen ans Netz gehen, die ein wirklich ausgewogenes Gesamtkonzept aufweisen.

Stimmungsmache

Mittwoch, Juli 6th, 2011

In der Stadtratssitzung am vergangenen Montag hat der Vorsitzende der Frerener CDU Johannes Lis den Vorwurf der mangelnden Informationspolitik mit folgenden Worten zurückgewiesen (nachzulesen auch als Kommentar in Roberts Blog:

„Es ist schlicht unverschämt, der CDU in Sachen BioEnergiepark eine mangelnde Informationspolitik vorzuwerfen. Wir als Partei stehen für einen offenen und transparenten Prozess. Schon im vergangenen Herbst hat die CDU Freren in einem Informationsabend in der DEULA wichtige Informationen zur Diskussion gestellt und mit Frau Dr. Rottmann-Meyer einen kompetenten Gesprächspartner gehabt. Seitdem ist das Thema in unzähligen Samtgemeinde-, Stadtrats- und Ausschusssitzungen behandelt worden. Leider – und auch das darf hier erwähnt werden – ist die Teilnahme an solchen Sitzungen verschwindend gering. Zu den Anhörungsversammlungen für die Bauleitplanung erschien kein einziger Bürger; sowohl zum Flächennutzungsplan als auch zum Bebauungsplan gab es keine einzige private Einwendung. Der Informationsbedarf ist offensichtlich gedeckt.“

In einem weiteren Wortbeitrag des Sprechers der SPD fielen die Worte „Stimmungsmache“ und „aufhetzten“.

Ich wäre am liebsten bereits in der Stadtratssitzung  auf diese Anschuldigung eingegangen, hatte aber als Besucher kein Rederecht. Deshalb möchte ich hier noch einmal die Sache klarstellen:

Das Landvolk war die treibende Kraft in dem Aufklärungsprozess rund um die geplante Biogasanlage. Letztlich haben wir Landwirte eine fachliche Stellungsnahme in Auftrag gegeben und auch bezahlt. Es gab viele Versammlungen, in denen es um dieses Pilotprojekt ging- in jeder Sitzung wurden Zweifel geäußert und mit jeder weiteren Veranstaltung kamen (für uns) neue Details an die Öffentlichkeit.

In der von Johannes Lis zitierten Informationsveranstaltung in der DEULA Freren war die Expertin Dr. Rottmann-Meyer wegen mangelnder Informationen und Details zur Biogasanlage nicht in der Lage, die Tauglichkeit des Pilotprojektes zu bewerten. Einzig die Feststellung, dass sogenannte Abfallstoffe zur Vergasung in den Biogasanlagen am Markt teurer geworden seien, im Preis stark schwanken und der Einfluss auf die Biologie innerhalb der Anlagen höchst unterschiedlich sei, ist bei mir hängengeblieben. Diese Faktoren seien dafür verantwortlich, dass einige Betreiber einer abfallwirtschaftlichen Biogasanlage auf den Betrieb einer NaWaRo-Anlage umgestellt haben.

Die Veranstaltung war gut besucht, hauptsächlich von Landwirten, die sich skeptisch und ablehnend zum Projekt geäußert haben. Ich glaube, dass kein einziger Landwirt von der CDU sich „Mitgenommen“ gefühlt hat.

Wir Landwirte in und um die Samtgemeinde Freren hoffen, dass die riesige Biogasanlage tatsächlich so laufen wird, wie es auf dem Papier steht. Sollte es Probleme geben, darf niemals an den städtebaulichen Verträgen gerüttelt und gedreht werden!

Die Ängste der Bauern sind da und diese öffentlich zu äußern ist für mich keine „Stimmungsmache“. Die Ängste wären den Landwirten genommen worden, wenn

  • von Anfang an alle Fakten bekannt gewesen wären und nicht immer weitere Details auf Nachfrage ans Licht gekommen wären.
  • das Pilotprojekt in einer überschaubaren Größe gebaut werden würde. Hier hätte man Erfahrungen bezüglich der technisch aufwendigen Gärrestaufbereitung sammeln können und darauf aufbauend die Biogasanlage erweitern können.
  • zumindest ein unabhängiger Gutachter einmal die Anlage als Ganzes bewertet und als plausibel erklärt hätte!

Übrigens: Die Medienlandschaft im Emsland berichtet durchaus umfangreich von und über die vergangene Stadtratssitzung:

ems-tvEms-Vechte-Welle | Lingener Tagespost: 1 2 3 Bildergalerie

Biogasanlage in Freren – Bardel 4

Dienstag, Juli 5th, 2011

überfüllter Sitzungssaal

Gestern Abend hat der Frerener Stadtrat der Errichtung der Pilot-Biogasanlage leider zugestimmt. Begleitet wurde die Abstimmung von ungefähr 100 Landwirten, die zum großen Teil mit Trecker angereist sind.

Die Lingener Tagespost hat bereits einen Bericht verfasst (Link).

In dieser Sitzung zeigte der Vorsitzende des CDU Stadtverbandes Freren-Andervenne Johannes Lis wenig Verständnis für die Forderungen und Proteste der Landwirte.

Johannes Lis (c) CDU Lingen

Ich halte auch nach einer gut geschlafenen Nacht weiterhin unsere Bedenken für angebracht und stufe die Informationspolitik  immer noch als suboptimal ein.

Für weitergehende Informationen und Ausführungen bleibt mir jetzt keine Zeit mehr, weil gleich für uns auf dem Hof die Getreideernte beginnt.

Für alle, die noch Fragen zu diesem Thema haben, hinterlasse ich meine Mobiltelefonnummer (0151 – 50 74 95 17).

Trecker

 Bis später…