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Biogasanlage in Freren – Bardel 5

Samstag, Dezember 31st, 2011

:Baubeginn ab Sommer 2012 geplant:

Kurz vor dem Jahreswechsel möchte ich noch kurz davon berichten, wie das geplante Großprojekt vorangetrieben wird.

Samtgemeindebürgermeister Godehard Ritz und Frerens Bürgermeister Klaus Prekel erwarten, dass bereits im folgenden Sommer mit dem Baubeginn und kurze Zeit später mit günstigen Wärmelieferungen an die Stadt bzw. Samtgemeinde zu rechnen sei. (Zeitungsartikel der Lingener Tagespost vom 14.12.2011)

Weiter heißt es in dem Artikel der LT, dass der städtebauliche Vertrag, der u. a. die Konditionen für zukünftige Wärmelieferungen, aber auch Restriktionen bei Inputstoffen (kein NaWaRo) und bei der Gärrestentsorgung enthalten soll, von beiden Seiten unterschrieben wurde und von einem Notar beglaubigt wurde.

Die günstigen Wärmelieferungen würde ich als Bürgermeister nicht all zu früh einplanen, denn noch muss die Pilot-Biogasanlage erstmal stabil laufen und dann die Gasleitungen und Blockheizkraftwerke errichtet werden.

Die Ampeln stehen also weiter auf Grün und die Frerener Verwaltung strahlt weiter größte Zuversicht bezüglich des Gelingens aus; ich bin weiter sehr skeptisch und werde auch im neuen Jahr dieses Thema kritisch begleiten.

Stimmungsmache

Mittwoch, Juli 6th, 2011

In der Stadtratssitzung am vergangenen Montag hat der Vorsitzende der Frerener CDU Johannes Lis den Vorwurf der mangelnden Informationspolitik mit folgenden Worten zurückgewiesen (nachzulesen auch als Kommentar in Roberts Blog:

„Es ist schlicht unverschämt, der CDU in Sachen BioEnergiepark eine mangelnde Informationspolitik vorzuwerfen. Wir als Partei stehen für einen offenen und transparenten Prozess. Schon im vergangenen Herbst hat die CDU Freren in einem Informationsabend in der DEULA wichtige Informationen zur Diskussion gestellt und mit Frau Dr. Rottmann-Meyer einen kompetenten Gesprächspartner gehabt. Seitdem ist das Thema in unzähligen Samtgemeinde-, Stadtrats- und Ausschusssitzungen behandelt worden. Leider – und auch das darf hier erwähnt werden – ist die Teilnahme an solchen Sitzungen verschwindend gering. Zu den Anhörungsversammlungen für die Bauleitplanung erschien kein einziger Bürger; sowohl zum Flächennutzungsplan als auch zum Bebauungsplan gab es keine einzige private Einwendung. Der Informationsbedarf ist offensichtlich gedeckt.“

In einem weiteren Wortbeitrag des Sprechers der SPD fielen die Worte „Stimmungsmache“ und „aufhetzten“.

Ich wäre am liebsten bereits in der Stadtratssitzung  auf diese Anschuldigung eingegangen, hatte aber als Besucher kein Rederecht. Deshalb möchte ich hier noch einmal die Sache klarstellen:

Das Landvolk war die treibende Kraft in dem Aufklärungsprozess rund um die geplante Biogasanlage. Letztlich haben wir Landwirte eine fachliche Stellungsnahme in Auftrag gegeben und auch bezahlt. Es gab viele Versammlungen, in denen es um dieses Pilotprojekt ging- in jeder Sitzung wurden Zweifel geäußert und mit jeder weiteren Veranstaltung kamen (für uns) neue Details an die Öffentlichkeit.

In der von Johannes Lis zitierten Informationsveranstaltung in der DEULA Freren war die Expertin Dr. Rottmann-Meyer wegen mangelnder Informationen und Details zur Biogasanlage nicht in der Lage, die Tauglichkeit des Pilotprojektes zu bewerten. Einzig die Feststellung, dass sogenannte Abfallstoffe zur Vergasung in den Biogasanlagen am Markt teurer geworden seien, im Preis stark schwanken und der Einfluss auf die Biologie innerhalb der Anlagen höchst unterschiedlich sei, ist bei mir hängengeblieben. Diese Faktoren seien dafür verantwortlich, dass einige Betreiber einer abfallwirtschaftlichen Biogasanlage auf den Betrieb einer NaWaRo-Anlage umgestellt haben.

Die Veranstaltung war gut besucht, hauptsächlich von Landwirten, die sich skeptisch und ablehnend zum Projekt geäußert haben. Ich glaube, dass kein einziger Landwirt von der CDU sich „Mitgenommen“ gefühlt hat.

Wir Landwirte in und um die Samtgemeinde Freren hoffen, dass die riesige Biogasanlage tatsächlich so laufen wird, wie es auf dem Papier steht. Sollte es Probleme geben, darf niemals an den städtebaulichen Verträgen gerüttelt und gedreht werden!

Die Ängste der Bauern sind da und diese öffentlich zu äußern ist für mich keine „Stimmungsmache“. Die Ängste wären den Landwirten genommen worden, wenn

  • von Anfang an alle Fakten bekannt gewesen wären und nicht immer weitere Details auf Nachfrage ans Licht gekommen wären.
  • das Pilotprojekt in einer überschaubaren Größe gebaut werden würde. Hier hätte man Erfahrungen bezüglich der technisch aufwendigen Gärrestaufbereitung sammeln können und darauf aufbauend die Biogasanlage erweitern können.
  • zumindest ein unabhängiger Gutachter einmal die Anlage als Ganzes bewertet und als plausibel erklärt hätte!

Übrigens: Die Medienlandschaft im Emsland berichtet durchaus umfangreich von und über die vergangene Stadtratssitzung:

ems-tvEms-Vechte-Welle | Lingener Tagespost: 1 2 3 Bildergalerie

Biogasanlage in Freren – Bardel 4

Dienstag, Juli 5th, 2011

überfüllter Sitzungssaal

Gestern Abend hat der Frerener Stadtrat der Errichtung der Pilot-Biogasanlage leider zugestimmt. Begleitet wurde die Abstimmung von ungefähr 100 Landwirten, die zum großen Teil mit Trecker angereist sind.

Die Lingener Tagespost hat bereits einen Bericht verfasst (Link).

In dieser Sitzung zeigte der Vorsitzende des CDU Stadtverbandes Freren-Andervenne Johannes Lis wenig Verständnis für die Forderungen und Proteste der Landwirte.

Johannes Lis (c) CDU Lingen

Ich halte auch nach einer gut geschlafenen Nacht weiterhin unsere Bedenken für angebracht und stufe die Informationspolitik  immer noch als suboptimal ein.

Für weitergehende Informationen und Ausführungen bleibt mir jetzt keine Zeit mehr, weil gleich für uns auf dem Hof die Getreideernte beginnt.

Für alle, die noch Fragen zu diesem Thema haben, hinterlasse ich meine Mobiltelefonnummer (0151 – 50 74 95 17).

Trecker

 Bis später…

Pressemitteilung zur Biogasanlage Freren-Bardel

Donnerstag, Juni 30th, 2011

Die folgende Presseerklärung wurde geschrieben und verteilt:

 

Bauern gegen Bau der Biogasanlage in Freren

 

Die Bauern in der Samtgemeinde Freren haben weiter Ängste gegenüber der Biogasanlage in Freren-Bardel, weil sie nach Ansicht der Landwirte eine große Gefahr für die über 100 bäuerlichen Familienbetriebe darstellt.

 

Wenn

  • als Inputstoffe für die Biogasanlage doch nachwachsende Rohstoffe verwendet werden und bzw. oder

  • die Gärrestaufbereitung nicht so funktioniert, wie auf dem Papier skizziert,

dann wird die Existenz von Dutzenden von landwirtschaftlichen Betrieben durch das riesige 4,5 MW – Pilot-Projekt bedroht.

 

Offene Fragen

 

Diese Gefahr hat die Stadt- bzw. Samtgemeindeverwaltung erkannt und möchte diese Risiken mittels einem städtebaulichem Vertrag ausschalten.

Doch viele Landwirte fragen sich, was passiert, wenn die Pilotanlage, die fast 10x so groß ist, wie gewöhnliche NaWaRo-Biogasanlagen, nicht so funktioniert, wie sie konzeptiert wurde?

Was passiert nach einer Insolvenz?

Kann bzw. wird die Stadt Freren auf die kostengünstige Wärmelieferung für öffentliche Gebäude verzichten?

Was wird in 5 oder 10 Jahren sein, wenn die Rahmenbedingungen sich möglicherweise geändert haben?

 

Keine unabhängige Plausibilitätsprüfung

 

Leider wurde der Forderung seitens des Landvolks nach einer unabhängigen Plausibilitätsüberprüfung nicht entsprochen, so dass innerhalb der Landwirtschaft weiter an der Seriosität des Projekts gezweifelt wird.

 

 

Mangelnde Informationspolitik seitens der Betreiber und der Samtgemeinde

 

Zwar wurden mehre Informationsveranstaltungen durchgeführt, doch in diesen kamen immer wieder neue bzw. unterschiedliche Details ans Licht.

So wurde die geplante Menge, die täglich in die Anlage gefahren wird anfangs mit 49,5t angegeben. Betont wurde hier immer, dass dabei um Stoffe ginge, die nicht überwachungspflichtig seinen. Aktuell wird aber offensichtlich mit der doppelten Menge geplant, die auch überwachungspflichtige Inputstoffe (z.B. Schlachthofabfälle) beinhaltet.

 

Die Berichterstatter der Lingener Tagespost haben das im folgenden Zeitungsartikel dokumentiert: http://www.noz.de/lokales/47435080/ja-zur-biogasanlage

 

Auch die Kosten für die geplante Totalaufbereitung der Gärreste wurden höchst unterschiedlich angegeben. Die Angaben schwankten zwischen 1 und 5 Euro pro m³. Angesichts der Tatsache, dass viele tierhaltenden Landwirte heutzutage bereits für den Abtransport ihrer Gülle mehr als 5 Euro zahlen müssen (in den Niederlanden wird von bis zu 20 Euro gesprochen), werden diese Angaben bezweifelt.

 

Konkurrenz zur Landwirtschaft

 

Auch ohne Einsatz von nachwachsenden Rohstoffen gibt es massive Berührungspunkte mit der heimischen Landwirtschaft: Der geplante Einsatz von Altbroten, Backwaren, Trebern, Trestern, Fetten und Glycerinen etc. wird vielen Betrieben wertvolle, preisgünstige Futtermittel entziehen.

 

Stadtrat Freren muss endgültig entscheiden

Am Montag ab 18.30 Uhr trifft sich der Stadtrat Freren, um über den Energiepark Freren abzustimmen.

Viele Bauern werden deshalb mit Traktoren zu dieser Sitzung fahren, um ihre Ängste gegenüber der geplanten Biogasanlage deutlich zu machen.

 

Bauern fordern Nein zu dem großen Pilotprojekt

 

Die Bauern wollen diese mit Risiken behaftete Pilotanlage nicht, weil

 

  • das Gesamtkonzept nicht plausibel erscheint

  • Zweifel an der Redlichkeit der Betreiber bestehen (schwankende Angaben und Salamitaktik in der Informationspolitik)

  • viele bäuerliche Betriebe in ihrer Existenz bedroht sind, wenn das Konzept nicht aufgeht – dann wären es Dutzende!

  • es auch bei funktionierendem Konzept genügend Berührungspunkte mit der Landwirtschaft gibt.

  • Keine Biogasanlage besser ist als eine, deren Risiken man mit einem städtebaulichen Vertrag begegnen möchte (Der Vertrag zwischen Bundesregierung und Atomwirtschaft war z.B. auch über Nacht nach der Katastrophe im Japanischen Fukushima-Daiichi nichts mehr wert)

Pressemitteilung als pdf-Datei

Biogasanlage in Freren – Bardel 3

Mittwoch, Juni 22nd, 2011

Willkommen in Freren (c) www.freren.de

Ich möchte hier kurz über die vergangene Samtgemeinderatssitzung vom 12. Mai 2011 berichten (Zeitungsartikel LT).

Ein wichtiger Tagesordnungspunkt war an diesem Tag die 41. Änderung des Flächennutzungsplans der Samtgemeinde Freren (Energiepark Freren-Bardel). Ein halbes Dutzend Landwirte war aus diesem Grund als Zuhörer anwesend, unter anderem auch ich.

Zunächst wurde von den Anregungen und Bedenken der Träger öffentlicher Belange berichtet. Die Einwände von Seiten der Landwirtschaft (Stellungnahme, Gutachten) wurden aber beiseite geschoben und für irrelevant erklärt. So wird von Seiten der Samtgemeindeverwaltung eine Plausibilitätsüberprüfung und ein weiteres Gutachten für unnötig befunden. Der Einsatz von Futtermitteln wie Treber, Backwaren, Fette und Glyzerin steht zwar in Konkurrenz zur Landwirtschaft, aber ein Ausschluss dieser Stoffe sei unverhältnismäßig. Auch hinsichtlich der Behandlung des Outputs aus der Biogasanlage (Gärreste) seien keine weiteren Festlegungen nötig bzw. könnten immer noch später gemacht werden.

In der weiteren Diskussionen im Rat wurde die Informationspolitik der Verwaltung und des Betreibers (mehr …)