Archive for the ‘Lebensmittelskandal’ Category

EHEC – eine weitere Hysteriewelle rollt

Freitag, Mai 27th, 2011

BSE, SARS, Vogelgrippe, Schweinegrippe, Feinstaub, Dioxin, Ozon- Immer wieder wurde das Leben der Deutschen bedroht! Und nun ist es ein Bakterium namens EHEC, das die rationale Entscheidungsfähigkeit vieler Deutschen ausschaltet und der Medienindustrie viel Stoff für viele Spekulationen und Sensationsmeldungen liefert (an dieser Stelle empfehle ich mal das Video „Die Angst-Industrie„).

Noch vor einer Woche hätte ich es nicht für möglich gehalten, dass Tomaten und anderes Grünzeugs von belegten Schinkenbrötchen entfernt werden und besorgte Mütter die Kindergärtnerinnen anweisen, ihren Kindern doch bitte kein Obst und Gemüse zum Essen zu geben.

Es wurde wild spekuliert, woher dieser gefährliche Erreger käme und zunächst die Gülleausbringung als Schuldigen ausgemacht. Nun sind es Gurken aus Spanien und das Robert-Koch-Institut muss sich völlig zu Recht Kritik für die Verbraucherwarnung anhören.

Viele Verbraucher sind zudem etwas irritiert, weil sogar das gesunde Biogemüse keinen sicheren Hafen darstellt. Es ist leider nicht so einfach zu sagen, dass bio immer gut und herkömmlich schlecht ist!

Das Katastrophale an diesen Angstwellen ist, dass jetzt die Gemüsebauern die kollektive Kaufverweigerung spüren und das Desaster ausbaden dürfen. Im Januar war es noch das Fleisch, das mit Dioxin „belastet“ war, allerdings in nicht gesundheitsgefährdenden Mengen. Den Schweinehaltern kostete diese Krise schätzungsweise 100 Mio €- Folgekosten noch nicht hinzugerechnet!

Dr. Albet Hortmann-Scholten von der Landwirtschaftskammer Niedersachsen hat nun eine Bilanz aus der Dioxinkrise gezogen und empfiehlt der Landwirtschaft eine intensive Öffentlichkeitsarbeit, um die Diskussionen um die Landwirtschaft herum deutlich zu versachlichen.

Um die Geschehnisse vom Januar 2011 um den Dioxin-Skandal nicht zu vergessen, empfehle ich folgende Artikel auf den Seiten der Interessensgemeinschaft der Schweinehalter in Deutschland (ISN) zu lesen:

http://www.schweine.net/nach_der_dioxinkrise_preise_steigen_alles_wieder_g.html | http://www.schweine.net/dioxin_lbd_zieht_konsequenzen__geschaeftsfuehrung.html

Auch die Bewertung der VzF, Uelzen ist absolut lesenswert in diesem Zusammenhang:  http://www.vzf-gmbh.de/index.php?option=com_content&task=view&id=354&Itemid=58

radioaktiver Verbraucherschutz

Donnerstag, März 31st, 2011

Heute ist der 31. März. Erst morgen haben wir den 1. April und dennoch kann ich die folgende Nachricht nicht glauben:Die  EU hat per Eilverordnung die Grenzwerte für aus Japan importierte Lebensmittel deutlich erhöht!Das bedeutet, dass viele Produkte eine viel höhere radioaktive Belastung aufweisen dürfen als bisher und dass die Grenzwerte in der EU nun teils höher sind als die ebenfalls angehobenen Grenzwerte in Japan.Ohne die gesundheitlichen Gefahren einschätzen zu können, halte ich dieses Vorgehen für einen schweren politischen Fehler. Verbraucherschutz braucht Vertrauen und das wird jetzt mit Füßen getreten!Weitere Informationen auf den Nachdenkseiten.

Bio muss nicht immer besser sein

Samstag, März 26th, 2011

warentest.jpgDie Stiftung Warentest hat in ihrer aktuellen Ausgabe einen Test zu Spiralnudeln veröffentlicht. Das Interessante daran: die letzten Plätze belegen nicht Nudeln von den billigen Discountern, sondern sogenannte Bio-Nudeln. Dort wurden Schimmelpilze in einer Konzentration über den gesetzlichen Grenzwert festgestelltund somit als „mangelhaft“ bewertet. Die detaillierten Ergebnisse sind hier einsehbar.Das kann passieren und ist sicher auch kein Drama. Die Hersteller werden das Problem beheben und dann sind diese Nudel mit Sicherheit auch wieder empfehlenswert.Ich frage mich nur, was passiert wäre, wenn ein Produkt das nicht so politisch korrekt ist im Test ganz unten gelandet wäre? Dann hieße es sicher wieder „kein Wunder, ist ja Agrarindustriell hergestellt“ oder aber „da wurden Eier von Hühnern aus tierquälerische Massentierhaltung verwendet“. Und zu guter Letzt käme die pauschale Empfehlung an den verunsichterten Verbraucher, er solle sich die Produkte ganz genau ansehen und auf Bio-Produkte zurückgreifen.Nun ist es hier anders gekommen und auch nicht weiter ein Skandal draus gemacht und das ist auch gut so, denn alles andere wäre unsachlich.Unsachlich wurde in den Medien im Januar der Dioxinskandal behandelt. Da war es die „industrielle Massentierhaltung“, die unweigerlich zu einer „Verseuchung der Lebensmittel“ führt. In der Tat war das Verhalten der Fettpanscherfirma aus dem hohen Norden eine große Sauerei, die meiner Meinung nach mit Gefängnis bestraft werden sollte. Aber nichtsdestotrotz waren die Fleischwaren nicht gesundheitsgefährdend und schon gar nicht verseucht.Wenn man etwas tiefer sich in die Materie eingearbeitet hätte, wäre einem auch schnell aufgefallen, dass es in den letzten Jahren immer wieder Probleme mit Dioxin in Lebensmitteln gekommen ist. Und dabei waren es sogar ausschließlich Bioprodukte! Vergesslich ist die Welt…In Wirklichkeit haben gerade Bioprodukte mit erhöhten, aber nicht gesundheitschädlichen Dioxingrenzwerten zu kämpfen, weil Dioxin ein Umweltgift ist und überall im Freien vorkommt.Ich werbe für eine sachliche Betrachtung dieser Probleme und möchte auf folgende Berichte verweisen:Kein Grund zur Dioxin – Panik Dioxin ist überallYou Tube: Dioxin I  Dioxin II von Udo Pollmer (Lebensmittelchemiker)—————————————————————————