Biogasanlage in Freren – Bardel 5

Dezember 31st, 2011

:Baubeginn ab Sommer 2012 geplant:

Kurz vor dem Jahreswechsel möchte ich noch kurz davon berichten, wie das geplante Großprojekt vorangetrieben wird.

Samtgemeindebürgermeister Godehard Ritz und Frerens Bürgermeister Klaus Prekel erwarten, dass bereits im folgenden Sommer mit dem Baubeginn und kurze Zeit später mit günstigen Wärmelieferungen an die Stadt bzw. Samtgemeinde zu rechnen sei. (Zeitungsartikel der Lingener Tagespost vom 14.12.2011)

Weiter heißt es in dem Artikel der LT, dass der städtebauliche Vertrag, der u. a. die Konditionen für zukünftige Wärmelieferungen, aber auch Restriktionen bei Inputstoffen (kein NaWaRo) und bei der Gärrestentsorgung enthalten soll, von beiden Seiten unterschrieben wurde und von einem Notar beglaubigt wurde.

Die günstigen Wärmelieferungen würde ich als Bürgermeister nicht all zu früh einplanen, denn noch muss die Pilot-Biogasanlage erstmal stabil laufen und dann die Gasleitungen und Blockheizkraftwerke errichtet werden.

Die Ampeln stehen also weiter auf Grün und die Frerener Verwaltung strahlt weiter größte Zuversicht bezüglich des Gelingens aus; ich bin weiter sehr skeptisch und werde auch im neuen Jahr dieses Thema kritisch begleiten.

Weihnachten wird in der Krippe entschieden!

Dezember 24th, 2011

24. Dezember – heilig Abend, bald wird die Bescherung in den Familien anstehen.

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Ich wünsche allen Lesern frohe Weihnachten und angenehme Stunden innerhalb der Familie. Gleichzeitig hoffe ich, dass Weihnachten nicht unterm Baum entschieden wird, wie es ein großer Elektronikhändlerin seiner Werbung behauptet, sondern in der Krippe!

Gesegnete Weihnachten!

Das Foto habe ich vor gut 2 Jahren in Barcelona am Eingang der Rambla geschossen! Die überflüssigen Ö-Striche ließen mich etwas schmunzeln….

begehrtes Stroh

November 5th, 2011

Zur Zeit werden auch bald die letzten Maisfelder abgeerntet. In diesem Jahr wird der Mais neben Kartoffel und Zuckerrübe der Gewinner unter den Ackerfrüchten sein.

Verlierer Im Erntejahr 2011 sind leider Raps und Getreide.

Beim Getreide war die  Ernte so gering wie seit 1976 nicht mehr. Das führte in diesem Jahr zu ungeahnt hohen Strohpreisen. Wie die Fachzeitschrift TOP AGRAR berichtet, haben die Preise für Heu und Stroh in den letzten Wochen Rekordhöhen erreicht. Vor allem die Milchviehhalter, die ihren Bedarf an Stroh für die Fütterung und für die Boxeneinstreu über den Stroh-Zukauf decken, haben das zu spüren bekommen. Je nach Region werden im Norden und Westen Deutschland 110 bis 130 € pro Tonne, in den Strohmangelgebieten sogar bis zu 180 € pro Tonne Gersten- oder Weizenstroh gezahlt. Dabei handelt es sich um fertig gepresste Ware, die auf den Hof geliefert wird. Aus den Niederlanden wird teilweise von noch höheren Preisen berichtet. (weiter bei top agrar)

Die Münsterländische Volkszeitung schildert den Preisanstieg aus Sicht einer Pferdehalterin, die nun auf Schilf als Einstreu umgestiegen ist.

Die Gründe für diesen rasanten Preisanstieg sind vielfältig:

Einerseits wirkt sich der immer geringere Getreideanbau und die in diesem Jahr schlechte Ernte durch ein niedriges Angebot auf den Preis aus.

Andererseits ist Stroh heute mehr als nur Einstreu für Tierställe- auch die Nachfrage steigt. Und die Kombination aus geringem Angebot und gesteigerter Nachfrage lässt den Preis für Stroh so stark steigen.

Neben der Funktion als Einstreu und Substrat für Speisepilze gewinnt Stroh immer mehr als Energieträger an Bedeutung:

Steigende Rohölpreise und damit höhere Energiekosten ermöglichen heutzutage Projekte, die man vor wenigen Jahren nicht für möglich hielt. So entsteht zu Zeit in Emlichheim (Grafschaft Bentheim) in der Nähe des Stärkekartoffelwerkes ein riesiges Strohverbrennungskraftwerk mit Kraft-Wärme-Kopplung und Prozesswärmeerzeugung.

BEKW-Gebäude

Die Anlage soll ab Herbst 2012 mit 75000 t Stroh ca. 10 MW Strom und knapp 50 MW Wärme produzieren. Ein gigantisches ökologisches Projekt, denn es dürften sicherlich 15000 ha Getreidefläche für die ausreichende Bereitstellung des Strohs nötig sein- das wären ein Viertel bis ein Drittel der Getreidefläche im Landkreis Emsland und der Grafschaft Bentheim!

Es ist also wohl davon auszugehen, dass zumindest regional im Emsland das Stroh nicht billiger werden wird. Der Strohverkauf wird an Bedeutung gewinnen, Zeiten in denen das auf dem Äckern liegende Stroh einfach verbrannt oder später für 1 € pro Großballen verramscht wurde, sind endgültig vorbei.

Der Landwirt sollte aber bei aller Euphorie nicht den Dünge- und Humuswert des Strohs vernachlässigen. In der Landwirtschaft wird Stroh zurzeit auch dafür verwendet, Humusdefizite des Bodens, die aus dem Anbau v.a. von Kulturen wie Kartoffeln, Mais, Rüben, Gemüse, aber auch von Getreide resultieren, auszugleichen. Wird Stroh verstärkt vom Acker abgefahren und anderweitig genutzt, wächst das Risiko von Humusdefiziten im Boden und damit langfristig für die Bodenfruchtbarkeit (Strohverbrennung versus Humusversorgung des Bodens (pdf)).

Ich vermute, dass das Strohkraftwerk in Emlichheim nicht das einzige in Deutschland bleiben wird und Stroh immer mehr auch als umweltfreundlicher Energieträger betrachtet wird, der nicht in direkter Konkurrenz zur Nahrungsmittelerzeugung steht. Da Stroh nun immer kostbarer wird, dürften die problematischen Freilandlager nach und nach durch Strohhallen ersetzt werden, in denen das Erntegut auch wirklich trocken bleibt.

Ich hoffe für die Grafschafter Kraftwerksbetreiber, dass sich der Betreibe der Anlage auch bei höheren Strohpreisen rechnet und sich der unternehmerische Mut auszahlt.

Für die Landwirtschaft ist es sicherlich positiv zu sehen, dass das Stroh auch als Energieträger interessant wird. Möglicherweise lässt sich die andauernde Maisanbauausweitung (auch Vermaisung genannt) eindämmen oder sogar umkehren. Aber vielleicht kommt es auch ganz anders, denn beim Maisstroh, dass nach dem Mähdrusch bisher immer auf den Flächen verbleibt, wird bereits experimentiert (z.B. Firma Kaliro aus Rheine).


Dioxin-Warnung

November 4th, 2011

Soeben lese ich im Landvolk-Fax, dass die Firma Pfeiffer & Langen Zuckerrübenpressschnitzel mit leicht erhöhten Dioxinwerten an Händler und Landwirte verkauft hat.

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Es sind wohl alle vorgeschriebenen Meldungen an die Behörden raus gegangen. Hoffentlich zeigt dieser Fall, dass das Schnellwarnsystem funktioniert und Gefahren für die Gesundheit der Bürger ausgeschlossen werden können.

Alle betroffenen Händler und Landwirte sollten auf eine Verarbeitung bzw. Verfütterung dieser möglicherweise belasteten Schnitzel verzichten.

Weiterhin hoffe ich, dass dieser Fall nicht medial ausgeschlachtet wird und zu einem Skandal ausartet.

Maskenball

Oktober 25th, 2011

Für große Unruhe in der Schweinebranche sorgen zur Zeit Veränderungen bei der Schlachtschweineabrechnung seitens der großen Schlachtunternehmen. Seit dem 4. Oktober sollten neue und dem tatsächlichen Wert des Schlachtkörpers angepasste Klassifizierungen und Abrechnungsmasken für die automatische AutoFOM und für die ältere FOM- Methode gelten.

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Die Modalitäten wurden im Vorfeld  erst sehr spät veröffentlicht, so dass kein Landwirt und schon gar nicht Züchter oder Zuchtorganisationen sich darauf einstellen konnten.

Seitdem haben viele Schlachter ihre Maske aber schon wieder dreimal geändert, weil offenbar einige Schweine für sie zu teuer im Einkauf waren. Read the rest of this entry »